Vita

EmailMein Leben ist Kirchengeschichte im Kleinformat:
Geboren als Jude - getauft als Katholik - konfirmiert als Evangelischer und doch
zum Glauben an Jesus Christus, den Messias, gekommen.

Ich wurde am 6.5.1932 als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter in der holländischen Universitätsstadt Leyden geboren.

Nach einem Jahr nahmen mich ein Bruder meiner Mutter und dessen Ehefrau (evangelisch) in Oldenburg auf. Bis zu meinem 13. Lebensjahr hielt ich sie für meine leiblichen Eltern. Beim Kriegsende 1945 erfuhr ich meine wahre Identität.
Mein Leben verlief trotzdem in den gewohnten Bahnen vieler Jugendlicher meines Alters. 1945 forderte ich meine aus dem Krieg als Rote-Kreuz-Schwester heimgekehrte Mutter auf, mich aus der Kath. Kirche abzumelden und bat meine Pflegemutter, mich in der Evangelischen Kirche an- und gleichzeitig in eine andere Gemeinde umzumelden, weil meine Schulkameraden nur von irgendwelchen Späßen erzählten, die sie mit dem Pastor trieben.
Ich wollte "ordentlich" konfirmiert werden, und so geschah es.

Im gleichen Jahr trat ich eine Lehre bei der Deutschen Bundespost als Telegraphenbaulehrling an und legte 1949 meine Gesellenprüfung ab. Während einer Zweitausbildung mit der zusammen ich gleichzeitig meine Mittlere Reife in Abendkursen nachholte, wurde ich von der Bundespost als Stipendiat zur Ingenieursausbildung nach Lage/ Lippe geschickt. Dort begegnete ich dem DEUTSCHEN CHRISTLICHEN TECHNIKER-BUND, einer Gruppe von der ich nichts wusste und deren missionarisches Anliegen mir völlig fremd war. Ich hatte bis dahin von Bekehrung, Wiedergeburt, Gemeindebindung, Bibellesen u.ä. nie etwas gehört. Gegen Studienende heiratete ich, damals 22jährig, und wurde von der Post auf meine zukünftige Inspektorentätigkeit vorbereitet. 1957 schloß ich meine Ausbildung ab und wurde von Oldenburg nach Bremen versetzt.

In dieser Zeit wurde ich immer wieder auf Konferenzen des Techniker-Bundes eingeladen, unter denen ich mir absolut nichts vorstellen konnte. Endlich wagten wir uns 1958 auf eine solche Konferenz in der merkwürdigen Vorahnung, daß irgendetwas geschehen würde, was, das hätte ich nicht sagen können. Unter der Predigt von Walter Tlach über den Propheten Hosea kamen wir zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, ohne daß uns dabei das Bekehrungsvokabular schon bekannt war.

In der Folgezeit besuchte ich die Konferenzen des Christlichen Techniker-Bundes und arbeitete in evangelischen Kirchengemeinden in Bremen - zum Unwillen der Pfarrer - beim Aufbau eines Bibelkreises mit.
Nach 17 Jahren ( es war inzwischen 1975 ) wurden meinem Freunde, dem Diakon der Gemeinde, und mir die Arbeit dort unmöglich gemacht. Wir wechselten in eine andere Kirchengemeinde, deren Pastor gläubig war.
Dort war auch ein Engagement im Kirchenvorstand und dadurch in der Bremer Synode möglich. Gleichzeitig wurde ich in den Vorstand des Techniker-Bundes berufen, dessen Vorsitzender ich 21 Jahre lang wurde.

Die Arbeit in der Kirchengemeinde ermöglichte die Gründung der Bekenntnisschule in Bremen, der bald andere Schulgründungen in Gießen, Frankfurt, Hanau, Ostfriesland folgen sollten (heute sind es 56 Schulen zwischen Kiel und Konstanz). Als stabilisierende Maßnahme für die Schulen konnte ich in der sich gründenden Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" mitwirken, sozusagen dem Naturwissenschaftlichen Institut der Bekenntnisschulen. Dort bin ich seither im Leitungskreis.

Kurz nach meiner Bekehrung lud mich Heinrich Kemner zu einem theologischen Arbeitskreis ein, der sich die Aufgabe gestellt hatte, den Bestrebungen der modernen Theologie entgegenzuwirken. So war ich dabei, als sich der Betheler Arbeitskreis 1962 zur Bekenntnisbewegung konstituierte. Auch hier darf ich seit einigen Jahren im Geschäftsführenden Ausschuß (Vorstand) mitwirken.

Ganz selbstverständlich haben meine Frau und ich in all den Jahren seit unserer Bekehrung einen Bibelkreis in unserem Hause beherbergt und sehen unseren Auftrag in der persönlichen missionarischen Arbeit, wo immer sich dazu eine Möglichkeit bietet, ob in der Nachbarschaft, Verwandtschaft oder auf Reisen.

Es gäbe noch vieles zu berichten, der Lebenslauf würde zu lang, so trage ich nur noch nach, daß wir eine Tochter haben, die inzwischen Studiendirektiorin ist und meine Frau ich haben im Dezember 2004 unsere Goldene Hochzeit gefeiert.


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